Texte

  1. Das ich mich in Dich verknalle
  2. Durchstarten
  3. Johanna
  4. Es gibt Reis
  5. Mein Chauffeur
  6. Seeleutelied
  7. Jeden Tag bin ich so blau
  8. Happy
  9. Liedermacher
  10. Lass den Kopf nicht hängen
  11. Unten am Fluss
  12. Jim
  13. Rebellion und Zigaretten
  14. Herr Lehmann
  15. Kaffee und Liebe
  16. Kippe im Mund und Herz in der Hand
  17. Die Welt hat angerufen
  18. Lass mich allein
  19. Feierabend-Blues
  20. Rock n Roll Mann
  21. Muddi
  22. Underground im Altersheim

Das ich mich in Dich verknalle

von Andi Valandi

Wieder ziehn wir durch die Bars,
wieder sind wir die Stars.
Wir trinken alle untern Tisch
nur betrunken wer´n wir nich.

Wir sind ´n starkes Team wir zwei,
vor uns flieht selbst die Polizei.
Denn wir sind viel besser bewaffnet als die:
Mit Utopie.

Wenn Du mich so ansiehst dann frage ich mich,
ob das irgendwas bedeutet oder eher nicht.
Und dann hoff ich wenn ich Dir gefalle,
das ich mich in Dich verknalle.

Wir sind schon immer ´n Team gewesen,
in Action und auch am Tresen.
Gehn keine Pferde stehln,
nur Kronjuwel´n.

Wir sind wie Pech und Schwefel,
wie Bud Spender und Terence Hill.
Uns stellt sich keiner in den Weg,
da kann er machen was er will.

Und wenn Du mich so ansiehst …..

Wir brauchen keinen, der uns Vorschriften macht,
wir ha´m uns selbst ´nen Plan gemacht.
Wir wissen selber, wie der Wind weht
und wie´s weiter geht.

Eh, wir wollen doch nur frei sein,
und glaubt mir, das wollt ihr auch.
No Borders no Nations
und kein Loch im Bauch.

Und wenn Du mich so ansiehst …..

Wir woll´n die Welt nich wie sie ist,
sie ist zu blutig und zu trist.
Doch das kriegen wir schon hin,
eh, das kriegen wir hin.

Solange Menschen Menschen abknall´n
und anders malträtiern
da werden wir immer stör´n
und wir wer´n nicht verlier´n.

Und wenn ich mich so umseh, dann frag ich mich
ob unser Plan nur Spinnerei is oder eher nich.
Doch egal, egal, egal,
wir ziehn das durch verdammt nochmal.

Und wenn Du mich so ansiehst dann frag ich mich,
ob das irgendwas bedeutet oder eher nicht.
Und dann hoff ich wenn ich Dir gefalle,
das ich mich in Dich verknalle.

Durchstarten

von Andi Valandi

Den Zettel auf ´m Tisch und den Bleistift in der Hand.
Ich schreib Dir wieder mal ´n Brief weil ich das angemessen fand.
Doch ist der wirklich nur für Dich oder eigentlich an mich,
so ´ne Art private Psychotherapie?
Ich will die Segel nicht mehr einhol´n nur weil mal ´n bisschen Wind aufkommt.
Ich will einfach mit Dir durchstarten.

Wieso soll ich nicht einfach zu Dir gehn, wieso eigentlich nich?
Dir ´nen dicken, dicken Kuss geben und Dir sagen: Übrigens ich liebe Dich!
Ich weiß, das ist Dir wohlbekannt und ich weiß, Du magst mich auch.
Doch das wird man ja noch sagen dürfen.
Ich will die Segel nicht mehr einhol´n nur weil mal ´n bisschen Wind aufkommt.
Ich will einfach mit Dir durchstarten.

Nein, nein, es ist kein Geheimnis, dass bei uns nicht immer Blumen blühn.
Doch der Herbst der ist auch schön: Das hast Du selbst gesagt!
Und selbst im Winter ist´s zwar kalt doch was gibts schöneres als Schneeballschlacht?
Komm ins Segelboot und fahr mit mir hinaus.
Ich will die Segel nicht mehr einhol´n nur weil mal ´n bisschen Wind aufkommt.
Ich will einfach mit Dir durchstarten.

Komm doch mit. Was soll ich denn alleine auf so ´nem riesengroßen Boot?

Ja, ja, ja, ja, fahr mit mir raus! Bisschen Hell ins Dunkel bringen.
Die Welt retten oder ´n bisschen Tischtennis spieln.
Und die Kinder, die komm´ mit und der Rotwein und der Hund.
Denn das macht Freude und Rotwein ist gesund.
Ich will die Segel nicht mehr einhol´n nur weil mal ´n bisschen Wind aufkommt.
Ich will einfach mit Dir durchstarten.

Komm, lass uns Berge versetzen, auf bunten Drachen fliegen,
die Kirche aus dem Dorf holen, den Physik-Nobelpreis kriegen.
Oder Chemie oder Literatur. Naja das ist ja auch egal.
Vielleicht kriegen wir ja auch ´nen Buckelwal.
Ich will die Segel nich mehr einhol´n nur weil mal ´n bisschen Wind aufkommt.
Ich will einfach mit Dir durchstarten.

Johanna

von Andi Valandi

Johanna sitzt an der Bar und raucht
und drinkt ´nen Wiskey, weil sie das jetzt braucht.
Denn sie hat grad was krasses getan:
Sie machte Schluss mit Jonathan.

Johanna, man sagt, Du hast Deinen Alten abgeknallt.
Johanna, das macht man doch nicht.

Johanna bestellt noch ´n Bier und ´n Korn früh halb vier.
Und der Wirt fragt: Was ist passiert?
Da sagt Johanna: Ich hab mich emanzipiert.

Johanna, man sagt, Du hast Deinen Alten abgeknallt.
Johanna, das macht man doch nicht.

Johanna sagt: Ich bin jetzt allein. Da sagt der Wirt: Das ist aber fein.
Und sie fragt ihn: Kommste mit zu mir?
Da kriegt er Schiss und sagt zu ihr:

Johanna, man sagt, Du hast Deinen Alten abgeknallt.
Johanna, das macht man doch nicht.

Es gibt Reis

von Andi Valandi

Es gibt Reis, es gibt Reis. Es gibt Reis, Johnny, es gibt Reis.
Die letzten drei Tage gabs ma wieder nüscht.
Die Fabrik zahlt ma wieder nüscht.

Komm her, komm her. Komm her, Johnny. Johnny komm her.
Erst füll´n wir uns den Wanst, dann will ich das du mit mir tanzt.
Komm her!

Johnny, wir ham ja auch noch Fusel. Oh Yeah Johnny, wir ham ja auch noch Fusel.
Ham wir schon mal was zu fressen dürf´n wir´s Feiern nich vergessen.
Oh yeah.

Mein Chauffeur

von Andi Valandi

Eh hört ma her: Ich hab´n Chauffeur!
Der kutschiert mich rum, der schaukelt mich rum.
Meistens geschmeidig, auch mal rasant.
Manchmal spät, manchmal zeitig.
Mal gestresst, mal entspannt.

Das ist ´ne Sache für sich: Mein Chauffeur und ich.

Mein Chauffeur und ich sind ´n fürchterlich,
´n fürchterlich gutes Paar. Ist doch wahr.
Und dann seine Karre, is n richtig heißes Teil:
Der Auspuff is verchromt.

Das ist ´ne Sache für sich: Mein Chauffeur und ich.

Es ist rum wir num: Wir haun alle um.
Drive me easy Mister. Drive mit downtown.
Und wenn wir so driven hör´n wir Buddy Guy.
Ich sag ihm: Sei meine Bombe!. Sein mein Little Boy!

Das ist ´ne Sache für sich: Mein Chauffeur und ich.

Eh hör ma Mister, hör mal, Du fährst nur für mich!
Du fährst keine andern Leute, nee das mag ich nicht.
Oh bitte, bitte, bitte, bitte, bitte: Tu mir das nich an!
Fahr niemandn anders rum, ich schwör Dir, den bring ich um.

Das ist ´ne Sache für sich: Mein Chauffeur und ich.

Seeleutelied

von Andi Valandi

Aus der Taverne stolperten sie, sie waren betrunken und wollten gehn.
Doch an die Wand gelehnt sahn sie ihn im Schatten stehn:
Einen echten Kapitän.

Er sagte: Ihr da, hört mir einmal zu. Habt ihr Lust mit mir auf See zu gehn?
Ich brauche eine neue Crew, dann wär ich Euer Kapitän.

Also fuhren sie mit ihm zur See hinaus, sie fingen Robben, jagten Wal.
Sie aßen schimmlig Brot, doch sie tranken Rum dazu.
Alles andre war egal.

Bald kauften sie sich Kanonen ein. Jetzt war´n sie ein Piratenschiff.
Und jedes Schiff, das sich ihn´ in den Weg gestellt, das trieben sie aufs Riff.

Doch eines Tages, da sahen sie den weißen Wal über die Wellen gehn.
Sie setzten Segel und nahmen die Verfolgung auf.
Sie wurden niemals mehr gesehn.

Jeden Tag bin ich so blau

von Andi Valandi

Jeden Tag, jeden Tag bin ich so blau. Jeden Tag, jeden Tag bin ich so blau.
Ich komm da nich mehr raus. Jeden Tag bin ich so blau.

Jeden Morgen wach ich auf, ´nen hübschen Menschen neben mir.
Doch genießen kann ich´s nich: Ich brauch erstmal ´n Bier.

Jeden Tag, jeden Tag bin ich so blau. …

Abends an der Bar. Du fragst: Kommste mit nach Haus.
Ich sag: Ja gern, doch zuerst drink ich die Kneipe hier aus.

Jeden Tag, jeden Tag bin ich so blau. …

Auf´m Heimweg seh ich ne olle Nazisau: Weiß und stolz darauf.
Ich bleib lieber blau!

Jeden Tag, jeden Tag bin ich so blau. …

Happy

von Andi Valandi

Ich laufe barfuß auf dem Weg, ´ne Buddel Rotwein in der Hand.
Die Sonne lächelt mich an, das ist ja interessant.
Rings um mich rum nur Wiese und obendrauf steht eine Kuh.
Meine Stimmung ist keine miese. Hier gehts mir gut, hier hab ich meine Ruh.

Und ich bin happy! Ich bin happy! Happy!

Die selbstgedrehten Zigaretten schmecken heute doppelt so gut.
Ich hab ne Sonnenbrille auf der Nase und auf´m Kopp ´n schicken Hut.
Die dicken Klopper auf´m Ohr liefern gute Musik.
Sommer, Sonne, Rock´n´Roll, so ist das Leben grad wirklich schick.

Und ich bin happy! Ich bin happy! Happy!

Der Wein, der ist fast alle, doch das ist kein großer Schaden.
Denn in dem Dorf, wo der Weg hier hinführt ist ´n Tante Emma Laden.
Und die Regale dort sind voll mit Tomatensoße, Nudeln und Wein.
Und wenn ich da mal Nachschub brauch, geh ich da ab und zu mal rein.

Und ich bin happy! Ich bin happy! Happy!

Auf dem Rückweg ist es genauso, das gleiche Glück, der gleiche Spaß.
Wieder die selbe Kuh. Wieder das selbe Gras.
Und das Gras auch in der Tasche: Bei den Preisen krieg ich die Wut!
Doch wenn ich dann mal davon nasche, gehts mir sofort wieder gut.

Und ich bin happy! Ich bin happy! Happy!

Liedermacher

von Andi Valandi

Wenn ihr früh um sieben aufsteht
geh ich meistens erst ins Bett.
Ich weiß, ihr findet das chaotisch.
Ja, das ist es auch und zwar komplett.

Und das ist, weil ich Liedermacher bin.
Und das ist, weil ich Liedermacher bin.
Ohne Musik hat mein Leben keinen Sinn.
Weil ich Liedermacher bin.

Ich trinke fünfzehn Liter Kaffee am Tag
und zwanzig Liter Alkohol.
Und rauche vier bis fünf Kilo Haschisch.
Ja, erst dann fühl ich mich richtig wohl.

Und das ist, weil ich Liedermacher bin …

Ich habe auch keine Glotze,
deshalb nennt man mich gerne auch Freak.
Ich brauche kein Fernseh-Gemotze,
weil was ich brauche ist Musik.

Und das ist, weil ich Liedermacher bin …

Ih könnte auch Top-Manager sein.
Ich wär der reichste Mensch der Welt.
Doch ich bleibe lieber so ein Liedermacher-Schwein
denn mir liegt nix am Geld.

Ich bin Liedermacher.
Ich bin Liedermacher.
Liedermacher.
Ich bin Liedermacher.

Ich schreibe gern gesellschaftskritische Lieder.
Meine Texte sind gerne ma´ frech.
Und wenn das hier jemanden stört,
ja dann hat der halt einfach ma´ Pech.

Und das ist, weil ich Liedermacher bin …

Lass den Kopf nicht hängen

von Andi Valandi

Hey Du, lass den Kopf nicht hängen!
So kriegst Du Dich doch niemals aus ´m Dreck gezogen.

Wenn die Tränen getrocknet sind
dann schenk mir doch ´n Lächeln.
Und wenn Du willst, nimmst Du mich bei der Hand
und dann gehn wir unsern Weg.

Ist der Weg mal nicht zu sehn,
dann wird er halt erträumt.
Und dann mal´n wir ihn mit bunter Kreide.
Vergiss nicht, wir werden gebraucht.

Hey Du, lass den Kopf nicht hängen!
So kriegst Du Dich doch niemals aus ´m Dreck gezogen.

Unten am Fluss

von Andi Valandi

Unten am Fluss ist die Welt noch in Ordnung.
Unten am Fluss scheint mir die Sonne auf den Bauch.
Und es wächst noch Gras. Unten am Fluss, unten am Fluss.

Und wenn die Sonne scheint, dann rauch ich ne Zigarette.
Und wenn die Sonne scheint, dann denke ich an Dich.
Und ich schwebe auf ner Wolke. Unten am Fluss, unten am Fluss.

Und auf den großen Schiffen da spielen die Kapellen.
Sie spielen Jazz und fremde Melodien.
Hier hab ich meinen Frieden. Unten am Fluss, unten am Fluss.

Unten am Fluß kann man mich nicht vertreiben.
Denn wer hier baut den holt bald die Flut.
Der letzte Ort der Freiheit. Unten am Fluss, unten am Fluss.

Unten am Fluss ist die Welt noch in Ordnung.
Unten am Fluss scheint mir die Sonne auf den Bauch.
Und es wächst noch Gras. Unten am Fluss, unten am Fluss.

Jim

von Andi Valandi

Neulich sah ich ihn an der Ecke stehn
und da konnt ich beim besten Will´n nicht weiter gehn.
Ich war verknallt, ich war verknallt.
Hey Leute das ist doch nicht schlimm: Ich lieb den Jim.

Ich hab ihn dann gleich auch angesprochen,
da merkte ich er hat sogar nach Whiskey gerochen.
Das war toll, das fand ich toll.
Hey Leute das ist doch nicht schlimm: Ich lieb den Jim.

Jimmy-Boy das ist ´n guter Junge,
der hat genau wie ich ne dicke Raucherlunge.
Das is cool, das find ich cool.
Hey Leute das ist doch nicht schlimm: Ich lieb den Jim.

Und zum Geburtstag schenkte ich ihm
ein ganzes 100-Liter Fass Jim Beam.
Das fand er toll, dann war er voll.
Hey Leute das ist doch nicht schlimm: Ich lieb den Jim.

Abends saßen wir noch an ´ner Bar.
Nur doof, dass da auch meine Ehefrau war.
Ich sagte, ich sagte zu ihr:
Hey Erna das ist doch nicht schlimm: Ich lieb den Jim.

Rebellion und Zigaretten

von Andi Valandi

Wir fahr’n die Straße runter – und machen Rabatz.
Ihr seid müde, wir sind munter, Achtung! Achtung!
Die Haare sind bunt, die Klamotten zerfetzt.
Das Radio voll aufgedreht – Ton Steine Scherben.
Seht uns nicht so an! Wir sind glücklich und frei.
Wir würden euch gern mitnehm’n, Hello, Hello, good bye, good, bye.

Rebellion, Zigaretten und ‘ne Hand voll Liebe.
Gegen den Strich, für den Mindestlohn und ‘ ne Hand voll Liebe.

Wir fahren durch die Gartensparten – drei Keramikzwerge tot.
Opa wartet auf die Rente und der Chef ist ´n Vollidiot.
Das ist so schön, das ist wie in ´nem Traum
Wir lassen uns nie mehr los, lieber fahrn wir gegen ´n Baum.
Der Baum fällt um – wir fahren weiter.
Das Wetter bleibt weiter schön, bleibt weiter heiter.

Rebellion, Zigaretten und ‘ne Hand voll Liebe.
Gegen den Strich, für den Mindestlohn und ‘ ne Hand voll Liebe.

Die Sonne knallt ins Gesicht – wir knall´n zurück.
Uns hällt jetzt nüscht mehr auf , auf unserm Weg in Richtung Glück.
Dann fahrn wir auf´n Feldweg – volle Kanne, voll Speed.
Da ist auch ´ne Wandergruppe, die singt ´n Lied:
„Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein.“
Wir besorgen uns Farben zurück in der Stadt.
Machen aus Grau Bunt, denn das Grau hab´n wir so satt.
Dann fahr´n wir nach Hause, nach Hause auf unser Hausboot
und fahr´n raus, raus auf die See, raus auf die See.
Ist schon ok. Ist schon ok. Ist schon ok. Ist schon ok.

Rebellion, Zigaretten und ‘ne Hand voll Liebe.
Gegen den Strich, für den Mindestlohn und ‘ ne Hand voll Liebe.

Herr Lehmann

von Andi Valandi

Es klingelt an der Tür
Und ich mach auf
Draußen steht Herr Lehmann
Der sieht aus wie´n Schneemann
Er fragt: Kann ich reinkomm´?
Ich sach: Ja, Nee
Doch das interessiert ihn nich´
Er kommt rein und will´n Kaffee

Ich sage:
Ja nee Mann, Herr Lehmann:
Pack Deine Sachen und geh
Ja nee Mann, Herr Lehmann
Nee, nee, nee.

Da geht er in die Stube
Setzt sich aufs Kanapee
Er fragt: Wie geht’s ´n so?
Ich sach: Ja, Nee
Und ob ich schon gehört hätt´
Der Meyer wär ja schwul
Ob ich das nich´ auch schlimm fänd´
Ich sage: Nee ich find das cool.

Ich sage:

Da meint er, die Migranten,
die wär´n stinkend faul
in der sozialen Hängematte
Ich sage: Halt das Maul
Da macht er große Augen
Ich sag: Geh weg
Er sagt: Die nehmen uns nur die Arbeitsplätze weg.

Ich sage:
Ja nee Mann, Herr Lehmann:
Pack Deine Sachen und geh
Was Du da laberst is´ nich´ ok, Mann
Nee, nee, nee.

Da fängt er an:
Die Frauen: Zurück an den Herd.
Ich würde ihn gerne hauen
Doch das ist er gar nicht wert
Ich sag: Mir reicht´s jetzt
Pack Deinen Arsch und geh.
Homophobes Rassistenpack
Fliegt hier raus jippi-ja-jeh

Ich sage:

Kaffee und Liebe

von Andi Valandi

Heute stehen wir nicht auf
Heute bleiben wir im Bett

Heut´ gibt es Kaffee und Liebe
mh mh mh

Die Sonne scheint durchs Fenster
Die Vögel sing´n ihr Lied
Was hast´n Du für schöne Lipp´n
Weiß nicht wie mir geschieht

Heut gibt es Kaffee und Liebe
mh mh mh

Eh wo is´n der Wein?
Ist der echt schon wieder leer?
Wie kann der immer so schnell weg sein?
Ich weiß im Keller is noch mehr
Jo da weißte Bescheid
Aber dieser olle Keller
Ist mir heute wirklich viel zu viel zu weit

Nee: Heute bleiben wir im Bett
Heute stehen wir nicht auf

Heut´ gibt es Kaffee und Liebe
mh mh mh

Kippe im Mund und Herz in der Hand

von Andi Valandi

2, 3, 4, – 5, 6, 7, Rabauken laufen durch die Stadt,
ne Kippe im Mund und das Herz in der Hand.
Wir machen was wir wolln und wir leben wie die Tolln
und wir hassen was wir solln und wir gehen in die Volln.
Jetzt mal im Vertraun,
Wir sind gekomm’n um auf die Kacke zu haun.

Immer weiter, immer weiter, immer weiter, immer weiter,
und wenns nicht mehr geht wird das geändert.
Bullenwagen klaun, Inn’stadt demoliern,
sie haben Angst, wir haben nichts zu verliern.
Das muss man sich nur traun,
wir sind gekomm’n um auf die Kacke zu haun.

Bleibt mir weg mit Philosophie!
Ihr wollt wissen, was Freiheit ist?
Bank ausrauben, Anzug kaufen,
in die Oper gehen und dort Sternburg saufen!
Wir sind gekomm’n um auf die Kacke zu haun.

Eure Chefs könnt ihr behalten.
Und eure Hierarchien.
Kollektive bilden, Betriebe besetzen,
die Fabriken bemal´n, dem Boss die Reifen zerfetzen.
Dem Chef den Tag versaun,
wir sind gekomm’n um auf die Kacke zu haun.

Die Welt hat angerufen

von Andi Valandi

Ey hör mir mal kurz zu und setz dich mal zu mir,
ich muss mal eben was bereden mit dir.
Wir müssen los, wirf den Job hin, pack die Sachen ein,
ich hab schon, was ich brauch, zwei Flaschen guten Wein.
Ey, die Welt hat grad angerufen,
wir werden gebraucht.

Die Welt, sie liegt in Scherben, die Leute sind besorgt,
ja wo is’n das Problem? Ich hab mir’n Besen geborgt.
Komm, wir bringen das in Ordnung, wir kriegen das wieder hin,
und dann lassen wirs uns gutgehn, denn sonst hatts ja keinen Sinn
Ey, die Welt hat grade angerufen,
wir werden gebraucht.

Ja, ich mein das wirklich ernst, glaub mir wenn ich das jetzt sag,
denn es geht nicht um ne Zeitung ausm Springerverlag.
Das sag ich nur, damit wir uns nicht falsch verstehn,
und nochwas – du bist übrigens wunderschön.
Ey, die Welt hat grade angerufen,
wir werden gebraucht.

Ey, wir müssen wirklich los, wir sind schon ganz schön spät,
und die Kinder nehm’ wir mit, die solln ja lernen, wie das geht.
Das Bisschen, dass wir brauchen, wird vom Flaschenpfand bezahlt,
und ist der Himmel zu grau, dann wird er blau übermalt.
Ey, die Welt hat grade angerufen, wir werden gebraucht.

Komm, wir ziehen jetzt den Stecker, wir schalten alles aus,
nur noch die Welt dreht sich im Kreis und wir spenden Applaus.
Wir durchbrechen alle Mauern und die Waffen schmelz’n wir ein,
und im Radio John Lee Hooker, jau, so muss das sein.
Ja die Welt hat grad angerufen,
wir werden gebraucht.

Lass mich allein

von Andi Valandi

Wieder sitz ich hier neben Dir.
Doch ich frage mich: Was soll ich hier?
Ich würd viel lieber allein sein
und Dir so ganz in Ruhe verfalln sein.
Deshalb bitte ich Dich jetzt zu gehn.
Lass mich einfach so hier stehn!
Du meinst wohl sitzen?
Ja, das kann sein, aber:
Lass mich allein!

Bleibst Du noch weiter hier
dann steh ich weiterhin so neben mir.
Dann wär´n wir schon zu dritt
und die Katze zähl ich da nicht mit.
Von mir aus kannst du jetzt fluchen gehn, doch
ich muss mich erstmal selber suchen gehn.
Das muss halt einfach sein:
Also lass mich allein.

Ja, Du warst immer gut zu mir.
Und Du weißt, ich hänge sehr an Dir.
Doch mit ´ner Schlinge ums Genick
ist das wohl eher ein Mißgeschick.
Also lass mich bitte, bitte los
den Strick zu richten bloss.
So ´ne Bindung muss im Herzen sein.
Also lass mich allein.

Weißt Du: Wenn ich mich jetzt selbst verlier,
dann bin ich weg.
Dann bin ich auch nicht mehr bei Dir.
Dann kann ich mich selbst bestatten
und dann leben im eigenen Schatten.
Du weißt: Mein Herz schlägt nur für Dich.
Doch im Moment da schlägt es nicht.
Also bitte sieh es ein:
Lass mich allein!

Feierabend-Blues

von Andi Valandi

Wieder zehn Stunden gerackert,
doch zum Leben reicht es nicht.
Wieder zehn Stunden gerackert,
doch zum Leben reicht es nicht.
Ich hab schon Blasen an den Händen,
doch zum Leben reicht es nicht.

Ich wohne in ´ner Bretterhütte
draußen vor der Stadt.
Ich wohne in ´ner Bretterhütte
draußen vor der Stadt.
Und der Chef, der hat ´ne Villa.
Das habe ich so satt.

Das Essen kommt aus´m Container.
Da ist meistens noch was drin.
Das Essen kommt aus´m Container.
Da ist meistens noch was drin.
Die Läden schmeißen gutes Zeugs weg:
Wo is´n da der Sinn?

Ja, mein Freund hat mich verlassen
für ´n Typen mit´m dicken Wagen.
Ja, mein Freund hat mich verlassen
für ´n Typen mit´m dicken Wagen.
Und jetzt bin ich ganz alleine.
Was soll ich´n dazu sagen?

Rock ’n’ Roll Mann

von Andi Valandi

Komm´ an ´ne Bar und setz mich hin.
Da ist auch Sylvie die Kellnerin.
Sie sieht mich an und ich sage zu ihr:
“Mach ma´n Whisky, ´n Kaffee und ´n Bier.”
Und dann zünde ich mir ´ne Zigarette an.
Denn ich bin der Rock´n´Roll Mann.

Ich bin so schön, so souverän, so toll:
Ich wüsste nicht, was ich an mir ändern soll.
Bin von mir selber total überzeugt.
Ich hab mich sogar schon vor mir selber verneigt.
Denn ich bin selbst mein größter Fan.
Denn ich bin der Rock´n´Roll man.

War bei Konzerten von den Stones,
von John Lee Hooker, Oasis und Ramones.
Doch, im mach das jetzt mal öffentlich:
Ich find keiner ist so gut wie ich.
Nee an mich kommt keiner ran!
Denn ich bin der Rock´n´Roll Mann.

Der Alte in der Firma, das weiß ich genau.
Das is´ ´n oller Nazi und der schlägt seine Frau.
Der quatscht mich wieder voll, doch ich sag ihm ins Gesicht:
“Hey ich muss ihn´ mal was sagen: Ich mag sie nicht!”.
Und ich mach das, weil ich das kann.
Denn ich bin der Rock´n´Roll Mann.

In meiner Kindheit gabs kein TV,
doch meine Mutter war ´ne toughe Frau.
Statt Sandmann lief zum Abendgruß
im Radio der Honky Tonk Blues.
Und das kam bei mir gut an.
Deshalb bin ich heute der Rock´n´Roll Mann.

Muddi

von Andi Valandi

Bin grad schön am penn´, da kommt die Muddi rein.
“Aufstehn!, Aufstehn, Junge!, So´n fester Rhythmus muss sein.”
Ich denk mir `or nö´ und dreh mich nomma um.
Warum is´n die so drauf eh? Das is ja ma voll dumm.
Es hat doch keinen Zweck: Muddi muss weg!

Zum Frühstück gibts Kaffee und ´n bissi Haferschleim.
Bin jetzt schon Mitte Dreißig, Mensch und wohn immer noch daheim.
Ich sag: “Or Muddi, wie siehts´n aus? Vielleicht sollt ich hier ja doch ma´ raus?
Bin ja jetzt schon groß, ne´?” Doch da rastet sie aus.
Es hat doch keinen Zweck: Muddi muss weg!

“Aber jetzt beruhig´ dich, Muddi. Is ja gut: Ich bleib ja schon hier.
War ja nich so gemeint, ey. Is ja auch schön bei dir.
Aber jetzt komm´ ma´ wieder runter, Muddi, du regst dich ja immer noch auf.”
Und sie sagt: “Sieht auch Scheiße aus hier. Räum dein Zimmer auf!”
Es hat doch keinen Zweck: Muddi muss weg!

Wenn ich mir das recht überleg´: Is das ja eigentlich ´n schickes Haus.
Und eigentlich sollte de´ Muddi, de´ Muddi und nich ich hier raus.
Und eigentlich hat de´ Muddi viel zu viel Kohle im Schrank.
Das erb´ ich dann alles, eh, genau wie das Geld auf der Bank.
Es hat doch keinen Zweck: Muddi muss weg!

Underground im Altersheim

von Andi Valandi

Ich kenn da eine Oma, die wohnt gleich nebenan
im Altersheim “Paloma”, weil man sich da kümmern kann.
Doch Oma hat kein Bock, das ist ja irgendwie auch klar.
Sie steigt heimlich aus dem Fenster und geht in die nächste Bar.

Rebellion mit Oma.
Mit Schnapspralinen ins Koma.
Heroin im Haferschleim.
Das ist der Underground im Altersheim.

Oma ist echt fit, soweit ich das beurteil´n kann.
Sie hört laut Rockmusik und zieht schonmal die Lederjacke an.
Doch Oma hat kein´ Bock hier eingesperrt zu sein.
weil niemand sonst sie ha´m will. Das sieht sie echt nich ein.

Rebellion mit Oma …

Oma ist frustriert und hat Lust auf einen Kick.
Und den neuen Pfleger findet sie ja eh sehr schick.
Sie macht ihm schöne Augen, sie lacht und fragt ihn dann,
ob er ihr vielleicht paar schöne, nette Pillen bringen kann.

Rebellion mit Oma …

Oma is´ nich blöd, sie hat ihre Chance erkannt
und ist mit dem süßen, netten, kleinen Pfleger durchgebrannt.
Schön in die Karibik, so sollte es auch sein.
Machen Liebe den ganzen Tag und knall´n sich schöne Pillen rein.

Rebellion mit Oma …